Leeres Mühlengeschoss im Deutzer Hafen: Holzboden mit Durchlässen der ausgebauten Mühlentechnik, gusseiserne Stützen

Ihre Fragen zum Projekt

Fragen und Antworten zum Deutzer Hafen

Was genau entsteht im Deutzer Hafen, wie ist das Angebot konzipiert, wie werden die Baufelder vergeben, wie und wann kann man sich bewerben? Hier finden Sie die Antworten auf die häufigsten Fragen – nach Themen gegliedert.

Projekt allgemein

Der Deutzer Hafen macht Kölns Stadtlandschaft komplett. Wo heute die Siegburger Straße trennt, entsteht ein produktives Scharnier: ein lebendiges, buntes und urbanes Stadtviertel zum Wohnen und Arbeiten, das Deutz mit dem Rheinufer verbindet. Vielfältige Nachbarschaften und attraktive Freiräume gehören ebenso dazu wie eine Grundschule, Kitas, Kultur und Gastronomie – eine Stadt der kurzen Wege, in der Wohnen, Arbeiten und soziales Leben Nachbarn sind.

Der Integrierte Plan ist beschlossen und eine Grundlage des Bebauungsplanverfahrens. Dieses schafft die rechtsverbindlichen Regeln für die spätere Verkehrserschließung, die Freiflächen und die Bebauung. Mit der Entwicklung der Baufelder werden weitere Teil-Bebauungspläne Zug um Zug rechtskräftig.

Im Deutzer Hafen entstehen rund 3.000 neue Wohnungen für bis zu 6.900 Einwohnerinnen und Einwohner. Das Quartier wird dabei kein exklusiver Fremdkörper, sondern das neue Wohnzimmer eines gewachsenen Viertels.

Der Deutzer Hafen setzt auf soziale Mischung. Für das neue Quartier ist der folgende Wohnungsmix vorgesehen:

  • Freifinanzierte Miet- und Eigentumswohnungen: 50 %
  • Öffentlich geförderte Wohnungen: 30 %
  • Preisgedämpfte Mietwohnungen: 20 %

Baugruppen sowie genossenschaftliches und gemeinschaftliches Wohnen sind im Integrierten Plan ebenso als Zielbild verankert: Teilhabe ist hier beschlossen, nicht bloß versprochen.

Das hängt von der Wohnform ab: Für die freifinanzierten Wohnungen werden Marktpreise angesetzt. Bei den öffentlich geförderten Wohnungen richten sich die Mieten nach den Wohnraumförderungsbestimmungen (WFB). Für die mietpreisgedämpften Wohnungen wird ein Mittelwert angesetzt.

30 % der Wohnungen werden öffentlich gefördert. Das ist keine Absichtserklärung, sondern eine Regel: Das Kooperative Baulandmodell Köln (KoopBLM) aus dem Jahr 2017 schreibt fest, dass bei Bauvorhaben mit mehr als 20 Wohneinheiten oder einer Geschossfläche von über 1.800 m² mindestens 30 % der durch Planungsrecht neu geschaffenen Geschossfläche öffentlich gefördertem Wohnraum zustehen. Zusätzlich werden 20 % der neu entstehenden Mietwohnungen mietpreisgedämpft sein.

Die Förderbindung der öffentlich geförderten Wohnungen ist durch die Wohnraumförderungsbestimmungen (WFB) auf mindestens 20 Jahre festgelegt. Für die mietpreisgedämpften Wohnungen wurde vertraglich derselbe Zeitraum vereinbart.

Darüber hinaus berücksichtigt moderne stadt bei den Grundstücksvergabeverfahren (Konzeptvergaben) eine Selbstverpflichtung für längere Bindefristen.

Aktuell sind eine fünfzügige Grundschule und bis zu sieben neue Kitas im Deutzer Hafen geplant. Für Familien heißt das: kurze Wege, denn Schule und Kitas liegen mitten im Quartier.

An alle Kölnerinnen und Kölner, denn Schulen und Kitas sind öffentliche Einrichtungen für alle Bevölkerungsgruppen. Nicht nur Kinder und Jugendliche aus dem Deutzer Hafen, sondern auch aus den umliegenden Veedeln erhalten Zugang. So öffnet sich das neue Quartier zu seinen Nachbarn.

Ja. Im neuen Quartier sind unterschiedliche Flächen für Gewerbe und Einzelhandel vorgesehen. Welche Unternehmen nach der Fertigstellung dort ihren Platz finden, steht heute noch nicht fest.

Das Herz des Einkaufens ist der Marktplatz: Durch die Überarbeitung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes als Stadtteilzentrum gruppieren sich dort vor allem verschiedene Einzelhändler, die auch zentrale Sortimente anbieten – dazu gehören ebenso Waren des täglichen Bedarfs. Außerhalb dieses Stadtteilzentrums gibt es vereinzelt kleinere Einzelhandelsbetriebe, die zu ihren Nachbarn passen. So entsteht eine Stadt der kurzen Wege: Was man im Alltag braucht, liegt nah beieinander, und unnötig lange Wege entfallen.

Mit der Essigfabrik gibt es im Gebiet bereits ein Quartierszentrum. Es bleibt bestehen und entwickelt sich weiter, damit es auch den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner des neuen Quartiers gerecht wird.

Auch Kultur soll ihren Platz haben: Kulturelle Nutzungen wie Ateliers werden in den Konzeptvergaben der Baufelder positiv bewertet, damit sie Teil der Nutzungsmischung werden können.

Im Deutzer Hafen entstehen unter anderem Büroflächen für bis zu 6.000 neue Arbeitsplätze. Dazu kommen die Erdgeschosse: Vom Einzelhandel über die Gastronomie bis zu kulturellen Angeboten ist dort eine vielfältige Mischung vorgesehen, die Raum für weitere Arbeitsplätze bietet.

Welche Unternehmen sich ansiedeln werden, wissen wir heute noch nicht. Klar ist die Richtung: Vielfalt statt Monokultur. Wir wünschen uns Unternehmen, die jung, neugierig, kommunikativ, interessiert und mobil sind.

Neben dem Kranpark und dem Hafenpark entstehen der Quartiersplatz, der Hafenplatz und der Marktplatz sowie eine Promenade. Sie alle sind für alle Bürgerinnen und Bürger öffentlich zugänglich. Ergänzt werden sie durch die direkt angrenzenden Poller Wiesen, die schon heute ohne Einschränkungen für alle offen sind.

Damit bekommt Deutz Orte zum Verweilen, Bewegen und Begegnen, direkt am Rhein und mit zusätzlicher Wasserlage am Hafenbecken.

Ja. Die öffentlichen Grün- und Freiflächen sind für alle Bürgerinnen und Bürger zugänglich – für die Deutzerinnen und Deutzer ebenso wie für alle anderen Kölnerinnen und Kölner.

Die Grün- und Freiflächen werden ausschließlich öffentlich genutzt – mit dem Fokus auf Bewegung und Erholung.

Projektstand und Zeitachse

Beides ist vorgesehen: Ganze Baufelder können an Konsortien aus verschiedenen Bauherren veräußert werden, ebenso ist der Verkauf von Baufeldteilen beabsichtigt. Im Vordergrund steht die Zielvision eines lebendigen, urbanen Stadtteils. Das neue Veedel soll keine monotone Ausstellungsfläche von Gebäuden, sondern ein Quartier aus Alltagsorten werden.

Geplant ist, dass die ersten Bewohnerinnen und Bewohner ab 2030 einziehen können.

Baufelder und Vergabeverfahren

80 % der Grundstücke liegen aktuell in der Hand der moderne stadt GmbH, der Stadtentwicklungsgesellschaft der Stadtwerke Köln GmbH und der Stadt Köln. Sie kümmert sich um die Entwicklung der Grundstücke und steuert Verfahren, Qualität und Mischung. Die übrigen 20 % sind in privatem Besitz und sollen Stück für Stück von der moderne stadt GmbH beziehungsweise der Stadt Köln erworben werden.

Vorgesehen ist die Veräußerung von Baufeldern beziehungsweise Baufeldteilen. Der städtebauliche Vertrag sieht die Bildung von Erbbaurechten im Deutzer Hafen nicht vor.

Der Deutzer Hafen muss seine Identität nicht erst erfinden, er bringt sie bereits mit. Silotürme, Hallen, Kräne und Gleise prägen den Ort seit jeher. Die Idee des „Deutzer Blocks“ mit seinen verschiedenen Bausteinen und Höhen soll das Bild des neuen Quartiers bestimmen.

Hinzu kommt die Art der Entwicklung, denn die Baufelder werden im Wege von Konzeptvergaben vergeben, nicht allein nach dem höchsten Gebot. Angestrebt wird eine möglichst kleinteilige Eigentümer- und Nutzerstruktur.

Für Abbruch, Herrichtung und Erschließung ist moderne stadt zuständig. Die Hochbauten realisieren moderne stadt und unterschiedlichste private und öffentliche Bauherren – auch das ist Teil der Mischung.

Der Hafen war immer ein Ort, der etwas kann – ein Ort, der arbeitet. Diese Geschichte bleibt sichtbar: als Anker des neuen Quartiers und nicht nur als Kulisse. Schon heute ist der Hafen ein vielschichtiges Mischgebiet: Helle, hohe Silotürme, große Lagerhallen in dunklen Farben und weitere Gebäude prägen das Bild. Zusammen mit der für Deutz typischen Randbebauung ist daraus die Idee des „Deutzer Blocks“ entstanden – ein ortstypischer Block mit verschiedenen Bausteinen und Höhen. Diese sollen künftig das Bild des neuen Quartiers prägen.

Auch alte Kräne, Hallen und Bahnschienen werden nach aktuellem Planungsstand in den Parks und auf den Plätzen in Szene gesetzt. So bleiben die industrielle Geschichte des Hafens und seine Bedeutung auch in Zukunft erhalten. Historie und Identität des Deutzer Hafens bilden gemeinsam die DNA des neuen Quartiers.

Baufeld 06

Das Grundstück umfasst 5.911 m². Vorgesehen sind etwa 26.000 m² Bruttogrundfläche.

Baufeld 06 ist Bestandteil des rechtskräftigen Teilplans A der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme Deutzer Hafen. Das Baufeld ist als Urbanes Gebiet (MU) ausgewiesen.

Vorgesehen ist eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe. Der Gewerbeanteil beträgt mindestens 15 Prozent. Gastronomie ist ausdrücklich zulässig. Die verbindlichen Einzelheiten ergeben sich aus dem Bebauungsplan, dem städtebaulichen Vertrag und den Verfahrensunterlagen.

Im Deutzer Hafen werden geförderte, preisgedämpfte beziehungsweise genossenschaftliche und freifinanzierte Wohnangebote miteinander verbunden. Die vertraglichen Quoten werden über mehrere Baufelder hinweg umgesetzt. Die konkrete Zuordnung zu Baufeld 06 wird in den Verfahrensunterlagen festgelegt.

Vorgesehen ist ein mehrstufiges Konzeptvergabeverfahren. Nach Bewerbung und Konzeptphase folgt die Auswahl anhand der veröffentlichten Kriterien. Daran schließt sich eine Architekturqualifizierung an.

Nach dem derzeitigen Arbeitsstand werden Nachhaltigkeit und Nutzungskonzept mit jeweils 40 Prozent sowie die Wirtschaftlichkeit mit 20 Prozent gewichtet. Verbindlich sind ausschließlich die veröffentlichten Verfahrensunterlagen.

Der Marktgang ist für Herbst 2026 vorgesehen und wird im Umfeld der EXPO REAL 2026 angekündigt. Der genaue Beginn, die Bewerbungsfrist und die weiteren Termine werden mit den Verfahrensunterlagen veröffentlicht.

Ja. Eine formlose E-Mail an baufeld06@deutzerhafen.koeln genügt. Die Vormerkung ersetzt keine Bewerbung und begründet keinen Anspruch auf Teilnahme oder Berücksichtigung im späteren Verfahren.

Nach Freigabe werden die Verfahrensunterlagen und die relevanten Pläne auf dieser Seite zum Download bereitgestellt.

Planungsrechtliche und technische Rahmenbedingungen

Die Grundlage für den Start ist gelegt. Das erste Entwicklungsgebiet liegt auf der östlichen Hafenseite und ist rund 3,1 Hektar groß. Die Planung für den öffentlichen Raum ist mit dem „Teilplan Infrastruktur“ bereits beschlossen. Im Juli 2026 hat der Rat der Stadt Köln zudem den „Teilplan A“ beschlossen, der die Bebauung und Nutzung der ersten fünf Baufelder regelt. Damit liegt das notwendige Planungsrecht vor.

Jetzt können für die Baufelder die nächsten Genehmigungs- und Realisierungsschritte vorbereitet werden. Den Anfang machen voraussichtlich die Baufelder 05 und Ost 03.

Die Mühlen

Die Kosten für die Gesamtmaßnahme Los 1 belaufen sich auf circa 5,8 Millionen Euro netto. Das ist eine aktuelle Kostenschätzung vor der endgültigen Vergabe.

Der Betrieb der Mühle endete im Januar 2021; bis dahin wurde sie von GoodMills Deutschland betrieben. Danach wurde die Technik innerhalb der Mühlengebäude abgebaut und nach Krefeld überführt. Dort hat das Unternehmen 2020 eine der modernsten Mühlen Europas errichtet, die die Leistung der Ellmühle übernimmt.

Die Mühlen sind keine Dekoration, sie sind der Anker des Quartiers und sollen sein Herzschlag werden. Das Mühlenareal wird zu einem Wohn- und Arbeitsort umgewandelt, unter Wahrung der denkmalpflegerischen Vorgaben. Dass das möglich ist, hat 2019 eine Machbarkeitsstudie gezeigt.

Im nächsten Schritt steht die Ausschreibung der Mühlengrundstücke an, zunächst von Baufeld 02, auf dem heute die Ellmühle steht. Sobald sie veröffentlicht ist, können sich Investorinnen und Investoren gemeinsam mit Planerinnen und Planern und den besten Konzepten für das Vorhaben bewerben.

Was im Inneren der Mühlen entsteht, hängt von der Konzeptvergabe ab, sodass sich das heute noch nicht sagen lässt.

Die Rückbauarbeiten werden für alle Baufelder kontinuierlich zu Beginn durchgeführt. Sie sind notwendig, um später Baufreiheit für die Erdarbeiten und Erschließungsarbeiten zu gewährleisten.

Mobilität

Die Basis steht: Schon heute besteht ein Anschluss an die Stadtbahnlinie 7, der künftig durch eine Taktverdichtung weiter ausgebaut werden soll. Vorgesehen sind außerdem ein Anschluss an die Stadtbahnlinie 8 sowie eine neue Buslinie 150, die das Quartier direkt mit dem Bahnhof Messe/Deutz verbindet.

Der Radverkehr ist selbstverständlich mitgedacht: Ein engmaschiges Netz aus Wegen und Straßen verbindet das Quartier. Nicht nur im Plangebiet sondern auch darüber hinaus.

Der Deutzer Hafen soll ein autofreies Quartier werden. Deshalb entstehen am Rand des Quartiers Mobilitätshubs und Parkmöglichkeiten, von denen aus man den Deutzer Hafen zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem öffentlichen Nahverkehr gut erreicht.

Die grünen Gassen, die Promenaden und die geplante Fußgängerbrücke werden autofrei gestaltet. So sind die Haltestellen im Quartier erreichbar, ohne den Kfz-Verkehr zu kreuzen.

Ja. Carsharing gibt es sowohl an den öffentlich zugänglichen Mobilitätshubs als auch in den einzelnen Tiefgaragen.

In reduzierter Form gibt es straßenbegleitende Stellplätze. Zudem erhält jedes Baufeld eine eigene Tiefgarage. Über mögliche Standorte eigener Parkhäuser entscheidet die weitere Planung.

Der Individualverkehr soll auf zwei Wegen sinken: durch einen Stellplatzschlüssel von 0,5 und durch neue Angebote nach dem vorliegenden Mobilitätskonzept, das unter anderem die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr vorsieht. Das Ziel ist ein Quartier der kurzen Wege, in dem man im Alltag weniger auf das Auto angewiesen ist.

Energie und Nachhaltigkeit

Die Erschließung und die Nutzungen zum dauernden Aufenthalt werden auf das Niveau eines 200-jährlichen Hochwassers (HQ 200) geplant. Die gesetzliche Vorgabe liegt bei HQ 100. Zum Thema Starkregen siehe die Antwort zur Schwammstadt.

Die Tiefgaragen sind vor allem gebaute Hohlkörper, die als Retentionsraum wirken: Sie geben dem Rhein seinen Platz. Dadurch verbessert sich die Retentionsraumbilanz sogar gegenüber dem heutigen Stand.

Ja wird es. Zudem bietet bei Starkregen das Hafenbecken als blauer Stadtraum einen deutlichen Vorteil gegenüber normalen Quartieren. Durch die direkte Entwässerung ins Hafenbecken sinkt das Risiko von Überflutungen landseitig. Einen wichtigen Beitrag leisten außerdem die neu angelegten Grünflächen und die nicht versiegelten Platzflächenanteile.